Bemannte Raumfahrt
last updated: 19:24:08/04.01.01

International Space Station (ISS)

Art: Raumstation
Homepage: http://spaceflight.nasa.gov/station/index.html

Missionsbeschreibung:
Die ersten Elemente der internationalen Raumstation wurden bereits erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht. Das wichtigste Teil, das in Russland gebaute Service-Module Zvezda, wurde vor kurzem in den Orbit gebracht. Der Starttermin wurde von 1998 auf Juli 2000 verschoben, weil das Modul noch nicht fertiggestellt war, zudem hatte man in den letzten Monaten Probleme mit der Trägerrakete Proton, die Zvezda in den Orbit gebracht hat.
Insgesammt werden mehr als vierzig Transportflüge mit dem Space Shuttle und russischen Trägerraketen notwendig sein, um die Einzelteile für die Station in den Orbit zu bringen. Im Jahr 2004 soll sie dann vollständig aufgebaut sein.

Aktueller Missions-Status:
Die Station ist seit Anfang November 2000 ständig bewohnt, zur Zeit jedoch nur von einer drei Mann starken Besatzung. Mit den Anfang Dezember montierten Solarzellen wiegt sie nun knapp 100 Tonnen und besteht nun aus drei nutzbaren Modulen plus Soyuz Rettungskapsel. Ende Januar 2000 wird die Station durch das Raumlabor Destiny ergänzt. Hier und da fällt mal ein System aus oder etwas muß ausgetauscht werden, abgesehen davon ist die Station in perfektem Zustand.

Wichtige Missionsdaten:
20.11.98Proton-Rakete startet ISS Modul Zarja
04.12.98Shuttle startet ISS Modul Unity
27.05.99Shuttle ISS Supply Mission
19.05.00 Shuttle ISS Supply Mission
12.07.00 Proton startet ISS Modul Zvezda
11.10.00 Shuttle startet Z1-Truss und PMA-3
30.11.00 Shuttle startet US Solarsegel
18.01.01 <<< Shuttle startet US Labor Destiny
15.02.01Shuttle ISS Supply Mission + ISS Crew No. 2
März 2001Proton startet russische Andockvorrichtung

News zum Thema:
26.4.2000 STS-101 Start nach drei Startversuchen auf Anfang-Mitte Mai verschoben


ISS - Überblick
So wie in dem Rendering soll sie einmal aussehen, die Internationale Raumstation. Über 450 Tonnen wird sie wiegen und Platz für sieben Astronauten bieten. Mit den Solarflächen wird sie 108 Meter breit und 80 Meter lang sein. Die Fertigstellung ist für 2005 geplant. Dann verfügt die ISS über insgesamt 6 Labormodule, davon jeweils zwei aus den USA und Russland sowie ein europäisches und ein japanisches. Das Projekt wird größtenteils von Amerika und Russland finanziert, weitere Beteiligte sind Europa, Japan, Canada und Italien. Mit einer Fläche von etwa einem Fußballfeld dürfte sie von der Erde aus leicht zu entdecken sein, wenn man zum richtigen Zeitpunkt gen Himmel schaut.
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ISS am Jahresende 2000
So wird sich die ISS Ende 2000 präsentieren. Sie wird bis dahin aus drei bewohnbaren Modulen bestehen, mit einer Soyuz-Rettungskapsel versehen sein, und über Solarsegel mit einer Spannweite von knapp 80 Meter verfügen. Anfang 2001 wird vom Space-Shuttle ein weiteres Modul geliefert, welches (hier im Bild) ganz rechts am Dockingport unter den Solarzellen montiert wird. Nachdem es in den letzten Jahren eher schleppend voran ging, wird der Aufbau der ISS nun umso schneller voran gehen.
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Zvezda
Zvezda wird für die ersten Jahre der ISS die Schlaf- und Wohneinheit der Astronauten sein. Betten, Küche, Toiletten und Duschen, alles ist vorhanden. Außerdem wird Zvezda als Lebenserhaltungs- und Kommunikationssystem arbeiten, sowie die Station von Zeit zu Zeit in eine höhere Umlaufbahn befördern. Nach und nach werden diese Arbeiten von anderen Modulen übernommen, später fungiert Zvezda als zentrale Einheit des russischen Teils der ISS.

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Gestartet wurde Zvezda am 12. Juli 2000. Eigentlich sollte es schon 1998 gestartet werden, da es aber noch nicht vollständig fertiggestellt und getestet war, und die Startrakete Proton im Jahre 1999 zwei Startunfälle zu verbuchen hatte, wurde der Starttermin immer weiter nach hinten verschoben. Der Start am 12. Juli verlief dann aber problemlos.
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http://spaceflight.nasa.gov/station/assembly/flights/2000/1r.html --- ISS - Flight 1R Zvezda Modul


X-38 - Das Rettungsboot der ISS
Während der frühen Bauphase der ISS wird ein russisches Soyuz-Rauschiff die Funktion des Rettungsbootes übernehmen. Allerdings ist damit auch die Größe der Mannschaft auf drei Personen begrenzt, da Soyuz nur drei Astronauten aufnehmen kann. Später, wenn die ISS Platz für mehr als nur drei Astronauten bietet, wird X-38 diese Aufgabe übernehmen. X-38 bietet Platz für sieben Astronauten, die mit dem X-38 jederzeit zur Erde zurückkehren können sollen. Das Rettungsboot hat gerade mal genug Energie, um ca. 10 Stunden zu operieren, und gerade genügend Treibstoff, um sich auf einen Rückkehrkurs zur Erde zu manövrieren. Nachdem es wie das Space-Shuttle in der Atmosphäre abgebremst hat, wird es per Fallschirm die restlichen Kilometer bis zum Erdboden zurücklegen.
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X-38 wird nicht vor 2003 an der ISS angebracht, solange wird man sich noch mit den russischen Soyuz-Raumschiffen begnügen müssen. Ab 2003 oder 2004 wird es aber seinen festen Platz an der ISS haben. Im Bild ist ein Teil der ISS abgebildet. Die meisten der hier gezeigten Elemente sind noch nicht im Orbit. Kleine Standorterklärung: X-38, auch CRV oder Crew Return Vehicle genannt, befindet sich im Bild unten links. Oberhalb des CRV befindet sich Destiny, das amerikanische Raumlabor, das Anfang Februar zur ISS gebracht wird. Ziemlich genau in der Mitte sehen sie das Modul Unity, rechts daneben (mit eingefahrenen Solarsegeln) das Modul Zarya, ganz rechts am Bildrand Zvezda.
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http://www.dfrc.nasa.gov/Projects/X38/home.html --- X-38 - Homepage
http://spaceflight.nasa.gov/station/assembly/elements/x38/index.html --- X-38 - in Station-Web


ATV - Automated Transfer Vehicle
Das ATV ist ein Transportraumschiff, das mit einem Rutsch bis zu 10 Tonnen Material zur Internationalen Raumstation befördern kann. Bei diesem Material kann es sich um Treibstoff, Wasser, Experimente oder Nachrungsmittel handeln. Ferner wird das ATV auch sogenannte Reboost-Maneuver durchführen können, welche die Höhe der Umlaufbahn der ISS erhöhen sollen. Bemannte Flüge werden mit dem ATV nicht möglich sein. Das ATV wird ca. 10 Meter lang und 4,5 Meter im Durchmesser, das Gewicht wird beim Start bei 20 Tonnen liegen. Nachdem das ATV an der ISS angekoppelt hat und entladen wurde, kann es mit angefallenem Abfall der ISS beladen werden, der mitsamt dem ATV beim Eintauchen in der Erdatmosphäre verglühen soll. Das erste ATV wird vorraussichtlich im April 2004 zur ISS starten.
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Das ATV wird eine der europäischen Beteiligungen an der ISS sein, neben dem Raumlabor Columbus. Das ATV wird per Ariane 5 in eine Erdumlaufbahn gebracht, vor da an steuert das ATV größtenteils selbstständig zur ISS und koppelt unter Aufsicht dort an. Insgesamt 9 ATVs wird Europa zur ISS beisteuern, und auf diesem Weg einen Großteil ihrer finanziellen Beteiligung ableisten. Diese 9 ATVs sind kein direkter Beitrag zum Aufbau der ISS, sie sind mehr für die Versorgung im laufenden Betrieb zuständig. Von 2004 an wird etwa ein ATV pro Jahr zur Station gestartet.
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http://www.estec.esa.nl/spaceflight/atvfunct.htm --- ATV
http://www.estec.esa.nl/spaceflight/atvdescr.htm --- ATV - Description


Columbus
Das europäische Raumlabor Columbus, auch Columbus Orbital Facility Laboratory oder COF genannt, ist das einzige Modul der ISS, das vollständig europäischer Herkunft ist. Columbus wird zu 51% von europäischen Wissenschaftlern genutzt werden. Einen Teil der Nutzungsrechte mußte man abgeben, da die für den Betrieb notwenige Infrastruktur (Wohnfläche, Strom, Lebenserhaltung, ...) von anderen Nationen bereitgestellt wird. Noch eine nennenswerte Information: von der doch relativ bescheidenen Beteiligung der ESA and dem Jahrhundertprojekt ISS übernimmt Deutschland 41%, und sichert sich somit ein Stück Zukunft im All, die sich in den nachfolgenden Jahren bezahlt machen könnte.
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Gestartet wird das Modul voraussichtlich im Oktober 2004 mit dem Space-Shuttle. Seinen Platz wird es in der Nähe des amerikanischen Forschungsmoduls Desitny haben, das schon im Januar 2001 zur ISS befördert wird. Destiny ist im oberen Bild links über Columbus (dem weiß hervorgehomenen Modul) zu erkennen.
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http://www.estec.esa.nl/spaceflight/incolab.htm --- Columbus at ESA
http://www.dlr.de/Raumstation/facts/in_2010102c.html --- Columbus - Deutsche Beteiligung


ISS - Bilder Gallerie
Ähnlich aufgebaut wie die Shuttle-Bildergallerie ist die ISS-Gallerie. Auch hier sind Bilder und Videos archiviert und einfach abzurufen. Zum größten Teil handelt es sich dabei natürlich um Computeranimationen und per Computer gerenderte Bilder. Über diese Webseite können Sie sich einen guten Einblick über den Umfang des Projektes machen. So gibt es z.B. Infos über die verschiedenen Module, das 'Rettungsboot' X-38 und TransHab. Die kurze aber gute Dokumentation rundet das Programm ab.

http://spaceflight.nasa.gov/gallery/images/station/ --- ISS - Bildergallierie


ISS mit eigenen Augen sehen?
Die Internationale Raumstation wird einen Durchmesser von etwa 100 Metern erreichen, und in einer Höhe von 400 Kilometern fliegen. Könnte sie dann nicht vielleicht durch ein halbwegs potentes Amateur-Teleskop zu sehen sein?
Sollte möglich sein. Wer den Planeten Jupiter schon einmal durch ein Teleskop gesehen hat, wird wissen, wie gut er zu sehen ist, relativ zu unserem Beispiel. Jupiter wird zu Spitzenzeiten über 40 Bogensekunden groß, die ISS dürfte ähnlich groß zu sehen sein. Das Beispiel zeigt Jupiter mit 40 Bogensekunden, die ISS mit 50 Bogensekunden (2 Pixel = 1 Bogensekunde). Ein Problem dürfte aber noch die Nachführung sein, da sich die ISS sehr schnell übers Firmament bewegen dürfte. Die Farben wurden aus diesem Beispiel entfernt, da durch Teleskope mit 20 Zentimetern Öffnung Farben von Himmelsobjekten nicht zu erkennen sind.

Ein Tipp für neugierige Teleskop-Besitzer: auf der Homepage der ISS (siehe Hyperlink ganz oben auf dieser Seite) gibt es in der Spalte auf der linken Seite eine Rubrik 'RealTime Station Data'. Über die drei dort angebotenen Links kommt man zu Seiten, die Auskunft Beobachtungsmöglichkeiten und -Zeiten geben.

http://spaceflight.nasa.gov/realdata/ --- ISS - RealData





Daten aktualisiert am 11.12.2000